Wie Motten um das Licht

Hallo liebe Leserinnen und Leser, heute möchte ich über unser Zeichnertreffen in der Schleusenausstellung des Maritimen Viertels von Kiel am Sonntag den 18.10.2020 berichten.

Wir trafen uns bei Sonnenschein aber leicht kalten Temperaturen am Eingang zum Hinterhof an der ehemaligen Technischen Marineschule, Arkonastraße 1 in der Wik. Dort ist das Museum untergebracht, in dem wir uns heute treffen wollten. Der Wind war an diesem Tag eisig und wir waren schon langsam auf Kieler-Winter-Schmuddelwetter eingestellt. Melanie und ich kamen mit dem Fahrrad und waren gespannt, wieviele Mitzeichner heute wohl kämen. Nach und nach trudelten immer mehr, mit Maske bewaffnet, ein und mir wurde schon Bange, ob wir denn darin auch genug Platz finden würden. Es ist ja derzeit nicht ganz einfach mit einer größeren Gruppe, mit ausreichend Abstand und ohne andere Museumsbesucher zu stören, einen Platz zu finden. Da ich selbst das Museum in diesen Räumlichkeiten noch nicht besucht hatte, hoffte ich also darauf, dass es irgendwo ein paar ruhige Ecken für uns geben würde.

Ich kannte die Schleusenausstellung noch von dem Museum des Wasser und Schifffahrtsamtes auf der Schleuseninsel. Da dieses Museum wegen Sichereheitsbedenken aber schließen musste („Restricted Area“), hat die Schleusenausstellung eine neue Heimat in der Maschinenhalle der Technischen Marineschule gefunden.

Allein der Zugang zum Hinterhof durch einen Dreifach-Torbogen ist schon zeichnenswert mit den Bögen und in Stein gehauenen Symbolen. Meine Überlegung sich dazu in eine windstille Ecke zu setzen, hat später auch eine unserer Mitzeichnerinnen verwirklicht. Ich jedoch ging mit den Anderen ersteinmal eine Runde in die Ausstellung hinein. Dabei durchquert man nach einem kleinen Flur zunächst die Vorlesungs- und Maschinenhalle mit einem festinstallierten Motor sowie ein Schwerlastkran, die einen großen Zugang zum Innenhof hat. Dort wurde auch der Matrosenaufstand 1918 aufgeführt, ein großes Kapitel Kieler Geschichte, welches zum Sturz der Monarchie in Deutschland führte.

Dahinter gibt es zwei Durchgänge zu weiteren Hallen. In einer davon ist die Schleusenausstellung untergebracht, welche histotisches Wissen rund um den Nord-Ostsee-Kanal vermittelt. Dort kann man viele Modelle von Abschnitten des Kanals und maritime Gegenstände bestaunen. Hinter diesem Raum gibt es noch einen Weiteren, wo viele Modelle von Gebäuden aus dem „alten“ Kiel in mühevoller Kleinarbeit gebaut und ausgestellt werden. Kiel galt seit dem Kaiserreich als wichtiger Standort der Kriegsmarine und wurde daher im zweiten Weltkrieg in großen Teilen in Schutt und Asche gelegt. Dabei verlor die Stadt etwa 90% seiner alten Architektur. Hier in dieser Ausstellung kann man in alten Filmaufnahmen und eben angesprochenen Modellen erahnen, welcher architektonische Schatz dabei verloren ging. In einer Unterhaltung mit einem Mitarbeiter des Museums bekam ich so einiges zu dem alten Kiel und den Modellen erzählt und lauschte lange Zeit fasziniert, bis ich mich darauf besann wozu wir heute eigentlich hier waren.

Ich suchte also meine Mitzeichner und mir danach auch ein Plätzchen „am Feuer“. Die meisten von ihnen hatten es sich nämlich an einem „elektronischen Leuchtfeuer“, der Laterne, welche einmal auf einer Boje angebracht war, in großem Halbkreis gemütlich gemacht. So zeichnete ich die Schaar von Zeichnern die alle mit dem derzeit üblichen Corona-Abstand von 1,50m herum saßen mitsamt dem Leuchtfeuer in der mir verbliebenen Stunde.

Im Anschluss, als wir es geschafft hatten, alle zusammen zu rufen, trafen wir uns dann in dem Vorlesungssaal, nur um festzustellen, dass die dezentrale Beleuchtung dort absolut schlecht zum fotografieren ist. Denn es warf Schatten aus allen Richtungen auf unsere Sketchbooks. Also zogen wir wieder um in die Schleusenausstellung. Wir können von Glück sagen, dass zu der Zeit im Museum nicht soviel los war. Schließlich bekam ich dann doch noch ein einigermaßen gelungenes Bild unserer Werke hin.

Nach dem Zusammenlegen ging langsam wieder jeder seiner Wege und ich bekam von den Museumsmitarbeitern noch auf den Weg, dass wir gerne wieder kommen dürfen, sofern es die Lage zulässt. Es wäre sogar möglich, einzelne Modelle vom Alten Kiel auf den großen Tisch im Vorlesungssaal zu stellen, wo wir sie dann von allen Seiten zeichnen könnten. Ich fand dies einen gelungenen Zeichentag mit vielen neuen Impressionen und einem neuen Geheimtipp für die kalte Jahreszeit.

Weihnachtliches Lichtermeer im Sophienhof

Hallo liebe Leserinnen und Leser, heute berichte ich von unserem Treffen am 26.11.2019 im Sophienhof. Zu dieser Jahreszeit ist die Einkaufspassage in der nähe des Kieler Hauptbahnhofes weihnachtlich glitzernd und funkelnd geschmückt.

Auch heute beeilte ich mich nach der Arbeit um schnell zu unserem Treffpunkt zu kommen. Auserkoren war das Café Fiedler mit einer Sitzecke in der Mitte vom Sophienhof. Auf dem Weg fragte ich schon einmal, wer denn schon alles da ist und wieviele. Melanie antwortete promt, dass schon 4 Leute dort sind … zumindest verstand ich es so. Als ich eintraf wunderte ich mich allerdings nur 3 Zeichner in ihre Arbeit vertieft zu finden. Schnell wurde ich aufgeklärt, dass ich die Nummer 4 sei. Nun schnell einen Platz gesucht. Nur was zeichnet man inmitten des vorweihnachtlichen Trubels? Zuerst hatte ich ja bloß gedacht, mich dort zu treffen und sich dann im ganzen Sophienhof verteilen. So hektisch wie es derzeit allerdings dort zugeht, entschied ich mich dann doch in dieser „Ruhe-Insel“ zu bleiben und etwas von der schönen Weihnachtsdeko sowie den Verkaufstresen an zu gehen. Natürlich nicht ohne mir dazu noch einen Cappuccino bringen zu lassen. Es kam zu einigen netten Gesprächen mit und über anwesende Kaffeegäste, die teils unbewusst Modell saßen. Darauf angesprochen waren allerdings alle nett und voll Lob.

Während wir so zeichneten stand dann noch ein fliegender Wechsel an. Heute musste Sonja früher los, jedoch kam kurze Zeit später Lisa noch zum Zeichnen dazu, wodurch wir vier blieben. Die Zeit vergeht, in die Arbeit vertieft, wie im Fluge. Mir nichts dir nichts war es bald 18 Uhr und Thomas wollte langsam aufbrechen. Mein Bild hätte noch etwas Farbe vertragen können. Naja es war wieder ein schönes Treffen mit netten Unterhaltungen, besonders gegen Ende. Je öfter ich so im Trubel zeichne desto besser ruhe ich in meiner Arbeit und kann alles um mich herum ausblenden. Sonja hat ihr Bild später auch noch nachgereicht.

Im Anschluss gingen Melanie und ich noch über die Weihnachtsmärkte Kiels mit einem kleinen Abstecher zum Pop Up Pavillion, wo wir am Sonntag zeichnen wollten. Der Bericht hierzu folgt in Kürze. Hier noch ein paar Impressionen von den Weihnachtsmärkten:

Quellennachweis für die Bilder 1 und 2: Google Maps 2019-12-06: https://www.google.com/maps/place/Sophienhof+Kiel/@54.316237,10.130909,3a,75y,90t/data=!3m8!1e2!3m6!1sAF1QipOsLERgVtYEjBnpI7vjIVtzRZ2cIFDdZbdYB1kC!2e10!3e12!6shttps:%2F%2Flh5.googleusercontent.com%2Fp%2FAF1QipOsLERgVtYEjBnpI7vjIVtzRZ2cIFDdZbdYB1kC%3Dw203-h270-k-no!7i3024!8i4032!4m5!3m4!1s0x47b2566024744bd7:0xe7a41d5609201e6!8m2!3d54.3165654!4d10.1305198

Mit Volldampf voraus

Hallo liebe Leserinnen und Leser, ich möchte euch noch über unser Treffen am Sonntag den 17.11.2019 im Maschinenmuseum Kiel berichten.

Wir trafen uns an diesem grauen Novembermorgen vor dem Maschinenmuseum, in dem ich bis dato nicht gewesen bin. Es liegt fast direkt am Nord-Ostsee-Kanal und damit von mir daheim aus bloß den Hügel hinunter. So ließ ich mich mühelos mit dem Fahrrad dahin rollen und war auch promt der Erste vor Ort. Naja zumindest bis noch jemand aus seinem Auto stieg nachdem sie mich entdeckt hatte. 😀

Wir warteten noch etwas bis kurz nach 11 Uhr etwa 9 Zeichner eingetrudelt waren und begannen dann mit der Erkundung des Museums. In diesen Hallen werden große und kleine Maschinen mühsam von freiwilligen Helfern eines Vereines gepflegt und Instand gehalten. An diesem Tag sollte die Sonderausstellung mit Vorträgen „Verbrennungsmotoren im Modell“ stattfinden. Hinter der großen, sehr eng zugestellten Maschinenhalle, gibt es noch die neuere kleinere Halle in der auch allerhand Modelle heute ausgestellt waren. In dieser Halle an den Bierzeltgarnituren ließ ich mich nieder und danach auch ein Großteil der Gruppe. Viele hatten gefallen an der Straßenlokomotive gefunden.

Während wir so zeichneten, fanden in einem Raum, im Oberen Stock, hinter uns, mit Blick in die Halle, die Vorträge statt. Danach folgte eine Führung zu den Modellen mit einer Vorführung der selbigen. Mit den Augen auf dem Papier hatte ich immer ein Ohr bei den Erzählungen des Vortragenden, welcher seine kleinen Wunderwerke zum Leben erweckte, einer großen Schar interessierter Technikfreunde präsentierte und das mit Anekdoten und Fakten würzte.

Nachdem ich meine erste Skizze zu meiner Zufriedenheit fertig gestellt hatte, blieb noch etwas Zeit und ich entschied mich zu einer Schnellskizze eines kleineren Modells einer Dampfmaschine in der Ecke des Raumes.

Viel zu schnell war es auch schon 13 Uhr und ich begann nach meiner zweiten Zeichnung alle zum Zusammenlegen zu holen. Zwei hatten es sich in der Nachbarhalle, in der Nähe der Heizung, bei einer manuellen Bohrmaschine bequem gemacht.

Auch diesmal ist in kurzer Zeit wieder eine große Vielfalt an Blickwinkeln und Zeichenstilen zusammengekommen. Das Museum bietet jedoch noch soviel mehr zu Sehen und zu Zeichnen. Ich kann nur jedem Technikinteressierten einmal empfehlen, es sich anzusehen (oder auch einmal dort zu Zeichnen). Mir hat es definitiv gefallen, zumal ich schon etwas vernarrt in Maschinen und auch das Genre des Steampunk bin. All diese Details von Dampfmaschinen mit ihren Rohren, Kolben, Zahnrädern und Ventilen finde ich total toll!

Sonntags im Schifffahrtsmuseum

Am Sonntag geht’s noch einmal ins Schifffahrtsmuseum. Wie jeden Sonntag treffen wir uns wieder ab 11 Uhr.

Leider funktioniert der direkte Karten Link auf das Schifffahrtsmuseum aufgrund eines Bugs bei googel maps nicht korrekt. Wir treffen uns dennoch am/im Schifffahrtsmuseum.