Ganz großes Kino

Gestern haben wir uns im Studio Kino am Dreiecksplatz getroffen. Es ist das älteste Kino in Kiel und wir haben dort ein paar historische Schätze gefunden, wie z. B. den alten Ticketautomaten oder ein riesiges Filmvorführgerät. Wer gerne Menschen zeichnen wollte, der nahm den Tresen ins Visier. Vom Kino hatte man auch einen herrlichen Blick nach draußen auf Gebäude und Straßenszenen. Hier konnte wirklich jeder ein Motiv nach seinem Geschmack finden und gut bewirtet wurden wir auch.

Ein paar Eindrücke von unserem Treffen seht ihr hier:

Obwohl wir etwas unter erschwerten Bedingungen zeichnen mußten, weil es langsam draußen dunkel wurde, hatten wir viel Spaß an diesem Abend.

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Schön, dass Sie da waren

Unser letztes Treffen am Sonntag fand in der Nikolaikirche am Alten Markt statt. Diese Kirche ist die evangelische Hauptkirche und das älteste Gebäude Kiels. Gespannt betraten wir das Kirchenschiff und waren gleich von den geschnitzten Figuren und den  leuchtenden Fenstern angetan.

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Gezeichnet wurde in jedem Winkel des Gebäudes und Stühle, auf denen man bequem sitzen konnte, waren auch vorhanden. So konnte man sich gut vor dem Motiv seiner Wahl niederlassen und es studieren.

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In einem Bereich befand sich eine kleine Leseecke. Hier hatte man die Gelegenheit bei Kerzenschein Bibeln in den verschiedensten Sprachen zu studieren.
Auf dem Tisch lag auch ein Schild mit dem Hinweis: Bitte in der Bibel keine Eintragungen machen! Die Kirchenaufsicht durfte aufatmen, denn wir hatten alle unsere eigenen Skizzenbücher dabei und haben auch nur darin unsere Eintragungen gemacht. Es ist durchaus üblich neben Tag und Ort auch andere wissenswerte Eintragungen neben die Skizzen zu schreiben.

Bibel

Einige versuchten sogar den ganzen Innenraum der Kirche zu erfassen. Mit der Zeit lernt man aber auch, sich auf Details zu konzentrieren und diese dann aus verschiedenen Blickwinkeln zu zeichnen.

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Als wir uns zur Abschlussbesprechung zusammen kamen, gab es wieder eine Vielfalt an tollen Motiven zu bestaunen.

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Es gab tatsächlich mehr zu sehen, als man am Anfang vermutet hätte. Wenn man sich einfach nur mal irgendwo hinsetzt und um sich schaut, dann entdeckt man immer mehr. Wir haben zumindest an diesem Tag eine ganze Menge Sachen gefunden.

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Beim Verlassen der Nikolaikirche läuft man an einem Schild vorbei, das direkt in Augenhöhe in der Glastür hängt und sicher trotzdem von den meisten übersehen wird:

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Wir kommen ganz bestimmt wieder! Es bleiben ja immer so viele Dinge übrig, die noch ihren Weg ins Skizzenbuch finden müssen.
Und Urban Sketching tut sowieso gut.

Manche Brücken haben Tücken

Dieses Mal haben wir uns auf geschichtsträchtigem Boden bewegt. Das Gelände am Nordufer der Schwentinemündung kann auf mehrere hundert Jahre Mühlengeschichte zurückblicken. Hier stand einst die größte Kornmühle Deutschlands. Davon übrig geblieben sind lediglich die Brückenmauerreste und ein gelbes Gebäude, das heute ein gemütliches Restaurant beherbergt.

Mühle

Der Herbst macht sich nun doch mit seinen stetig sinkenden Tagestemperaturen unangenehm bemerkbar, aber wir trotzten ihm mit warmen Mützen, bunten Schals und sogar ein kleines transportables Schaffell, das als Sitzkissen für einen Hocker diente, kam zum Vorschein. Der Rucksack eines Urban Sketchers birgt eben viele Geheimnisse…

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Ganz so einsam, wie es auf dem Foto aussieht war es an dieser Stelle nicht. Wir bekamen viel Besuch von interessierten Spaziergängerinnen und Spaziergängern mit und ohne neugierigen Haustieren, konnten nette Gespräche führen und von unserer Begeisterung für das „Zeichnen vor Ort“ schwärmen.

Abgelenkt wurden wir dadurch überhaupt nicht. Jeder von uns hat sich bei der Darstellung der Brückenbögen intensiv darum bemüht, dass die Brücke nicht zur Lücke wird, sondern man die Bögen so darstellt, dass der Betrachter auch erkennen kann, wie das Wasser dort nach hinten in die Tiefe fließt. Dabei mussten wir uns gemeinsam doch eingestehen, dass so manche Brücke in einer Zeichnung ihre Tücke hat. Trotzdem haben alle bis zum Schluss durchgehalten und es sind ausnahmslos Zeichnungen entstanden, die an Tiefe nichts vermissen lassen. Von einer Teilnehmerin lernten wir dabei dann gleich, dass das nichts mehr mit schnöder Perspektive zu tun hat, nein, das ist schon voll 3D.

Und hier seht ihr unsere tolle 3D-Ausstellung, bei der jedes Teil ein Unikat ist und nichts aus dem Drucker kommt.

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Nach zwei Stunden im Freien kroch dann aber doch die Kälte in unsere Jacken und die, die nicht gleich den Heimweg antraten, verbrachten noch eine schöne Zeit im behaglichen Restaurant „Alte Mühle“ und wärmten sich bei einer leckeren Kürbissuppe auf.

Forschungsreisende unterwegs

In einem der schönsten Museumsbauten Deutschlands, dem Zoologischen Museum in Kiel, sind wir diesmal auf Entdeckungsreise gegangen. Kaum hatten wir das Gebäude betreten, strömten alle auch schon als Forschungsreisende in die verschiedenen Ausstellungsräume und hielten ihre Beobachtungen in Zeichnungen und kleinen Texten fest. Genauso hat es schon Alexander von Humboldt gemacht, der auf mehreren tausend Tagebuchseiten hunderte von gezeichneten Studien von seinen Reisen mit nach Hause brachte.

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Besonders beliebt war die Abteilung mit den europäischen Vögeln. Etwa 300 Exponate in allen erdenklichen Größen hat das Museum zu bieten. Vor Begeisterung über die Motive hielt es nicht jeden auf seinem Hocker. Hoch konzentriert werden die Kraniche gleich im Stehen zu Papier gebracht.

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Vor den Vitrinen saß man Auge in Auge mit seinem Lieblingsmodell.
Wer hier jedoch wen beobachtet war nie so ganz klar.

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Spannend wurde es auch auf den Galerien rund um die große Ausstellungshalle. Obwohl es fast wie eine moderne Deckenleuchte wirkt, ist dies das Skelett eines riesigen Pottwals von hinten gesehen. Zusammen mit der Architektur im Hintergrund wanderte diese Ansicht mehrfach in die Skizzenbücher.

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Und was hier für den Außenstehenden wie das dramatische Ende einer Beziehung wirken mag, ist für den Urban Sketcher manchmal schlicht und ergreifend durch die Motivwahl zwischen Alpenstrandläufer und Sandregenpfeifer bedingt, die sich in unterschiedlichen Vitrinen befinden.

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Zum Schluss haben wir unsere Ergebnisse wieder zusammengetragen und an der Kasse mit dem Museumsstempel abstempeln lassen. Da ein Museum natürlich seine Ausstellungs-stücke schützen möchte, ist die Verwendung von Wasser zum Vermalen von Farbe nicht erlaubt. Da wir mit unserem Material dadurch eingeschränkt waren, brachte das einige von uns auf die schöne Idee, gleich farbiges Papier zu verwenden.

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Vielen Dank an das Zoologische Museum für die freundliche Aufnahme und das geduldige Stempeln. Wenn die Buntstifte wieder gespitzt sind werden wir bald erneut zu einer Forschungsreise durch dieses besondere Haus aufbrechen.

Weniger ist mehr

Langsam aber sicher wird es bei den aktuellen Temperaturen auch für uns Zeit, einen warmen und trockenen Ort zum Zeichnen aufzusuchen.
Gefunden haben wir diesen Ort diesmal in einem Restaurant direkt an der Kieler Förde. ln einer gemütlichen Ecke gab es sogar für jeden einen Fensterplatz mit Blick auf viele interessante Motive und natürlich ein heißes Getränk.

Irgendwann im Laufe des Abends stellt sich beim Zeichnen jeder mal die Frage, ob das Bild denn nun fertig ist oder nicht. Ist man dann unschlüssig und fragt die anderen um Rat, dann hört man oft diese Antwort:
Weniger ist mehr.
Das bedeutet, dass man rechtzeitig aufhören sollte, bevor das Bild zu gemalt ist.

In unseren Skizzenbüchern waren wir diesmal sehr diszipliniert was den Einsatz von Farbe anging, aber wer kann und will sich schon pausenlos zusammenreißen. Selbstverständlich brauchen auch wir unser kreatives Chaos und den nötigen Koffeinschock. Bei so einem Treffen kann der Tisch dann schon mal zum bunten Schlachtfeld werden.

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Hausverbot gab es übrigens nicht, diesmal jedenfalls nicht, aber jeder, der zum Schluss unsere tollen fertigen Zeichnungen sieht wird uns sicher verzeihen.
Es ist eindeutig schöner weniger auf dem Blatt und mehr auf dem Tisch zu haben als andersherum.
Oder ist da etwa jemand anderer Meinung?

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Weil Urban Sketching einfach so viel Spaß macht und wir etwas mehr Zeit zum Skizzen zeigen und Kaffee trinken haben wollen, treffen wir uns schon am Sonntag um 12 Uhr im Zoologischen Museum wieder.